3. Oktober 2014

fall ab, schmerz

Durch die feuchten Schenkel gepresst, mit borstigen Haaren, ganz wie ein Krüppel in seiner Form, hält er fest an seinem eigenen Schwanze um nicht zu fallen, das kann er gut. Er ist taub und blind, sprechen muss er nicht, hält sich tagelang in seinem Blute und reißt die Dämme mir entzwei. Scheut sich nicht an seinem Bilde, er ist hungrig, das soll ich wissen.

Die scharfen Nägel an seinen Klauen erklimmen mit Leichtigkeit meinen Darm. Ist er angekommen am rechten Platze, so zerstört er ihn. Magensäure trinkt er, weil's ihm nicht schadet, niemals tut's. Tanzt traute Reigen mit Bazillen; Windet sich um Wülste im Schleim, er ist taub und kann mich nicht hören.

Er ist zu groß für meinen Mund, selbst wenn ich mir den Kiefer bräche. Sein stummes Lallen stellt alles still. Erbrechen kann ich nur mich selbst. 

Durch den harten Kern, im Herzen, tritt er durch, als wär es Grieß. Kappt alle Leitungen zu meinem Hirn, es gefällt ihm gut, dies rhythmische Zucken.

Sowie er mir im Rachen steht, ganz aufgebäumt von seinem Glück, lernt er laufen und reißen, schmeißen und ziehen. Er kitzelt mich und dann schlägt er zu. Sitzt auf der Zunge mir, schwer ist er. Papa, ruft er, sein einziges Wort.

Am Morgen dann, unendliche Geschichte, liegt er saugend in meinem Arm. Eingerollt in einer weißen Decke, ist mir vor Mutterglück ganz warm.