21. März 2013

rastplatz straße null

Wir begegnen uns in der Zwischenwelt. Schlaffalten zeichnen die Erdkontur von Oberarm bis Knie. Um den größten Knochen ziehen parallele Linien. Stellenweise zieren Fadenkreuze die Körpermitten in rücksichtsloser Scheu. Damals war es anders. Damals sahen wir das nicht.

Wir begegnen uns im unteren Viertel des graugelben geteilten Gesichts. Und des anderen ist der eigene Blick. Im Augensack, dem rechten und meinen, ein Kribbeln und Zucken, ist, als ob ich noch müde wär. Ein graues Haar ziert unsre gemeinsame Stirn. Der stille Zorn von früher ist nun eine alte dicke Frau.

Ich habe mitgedacht und ich habe Fragen gestellt und ich habe unser Hirn gefüttert. Wir sind stationär, nie ambulant. Hier sind wir geheim, doch immer sind wir zwei. 



Zwei große Binnenmeere zählt unser Land, darin schwimmen vierzehn goldene Delfine. Betonierte Brücken trennen jeden hunderten Meter. Wir lesen im Wasserstand, wie viel Zeit zum Ertrinken bleibt. 
Wir begegnen uns in Wiederholungen, fahren auf eigener Infrastruktur. Der Ringbahntransfer hält uns in Bewegung, doch wir kommen nie an. Wir werden nie sein, für was man uns hält. Doch wir sehen schon besser aus. Damals sahen wir das nicht.
Manchmal schenken wir uns Vielleichts und Bisbalds. -Ungewisses, und gegebenfalls Etwaiges. Wir entscheiden uns nicht. Und wir lieben uns nicht. 
Als Follikel kam ich zu dir und nährte mich zur sichtbaren Blase. Ich kam hierher und du kamst dazu; Wir begannen zu reisen, denn genug Trinkgeld hatten wir. Und manchmal sehe ich schön aus an dir; In deinen Taschen, wenn wir kurz halten und verweilen. Da schreib ich Lieder für dich und übe zu singen und dann stehle ich nur, weil ich einsilbig bin.

Oh, you are really such a pretty one
I see you've gone and changed your name again
And just when I climbed this whole mountainside
To wash my eyelids in the rain 
Leonard Cohen