8. Februar 2013

tagesritzen

In einer Spalte lebt die Luft, fragt sich, wie fange ich an zu klingen ohne günstigen Zug. Stillstehen im Kopfstand, die blauen Rillen füllen sich mit Blut. Es klebt Leder am Denken - Löcher machen doch dumm. 
Einmal, da wars, als hätte sich Inhalt verstopft. Lebendiges An und Ausschalten des funktionierenden Hirns. Fließende Cisterna, in Blöcken geladener Text. Zum Erinnern ein Behälter aus immerwährendem Kristall. Aufhalten, einsehen, alles bleiben lassen, wie es flutet. Wörtern Schwänze geben und Kleidung für draußen. Bedarfsbedienung, Antworten wenn Gefragt. Muskelentspannen, das Gesicht nur zum Verneinen drehen; alles ist jetzt Ja. 
Tagesritzen sind Geschwüre aus Bildern zersetztem Leichenmatsches. Es ist Schmerz in den Schläfen, Schlaf beendet die Träume. Mirtazapine vollendete Schwärze, in schalldichten Blasen nächtlich, seitlich hockend liegend.
An scharfen Lauten ziehen die Winde härter, zischen durch die Zähne; es geben tiefe Spuren den Sprachen ihren allgegenwärtigen Klang. Doch dann ist das Nichts da, das den Ton tüncht. Zu Wasserstimmen verstummt, die Lungen platzen und alles Verbale vergeblich wird. Ist es, so bin ich, Begriffskleptomane, schenke Lügen ihr Debüt.