7. September 2012

kein grund zu gehen

Tropfenader, du, zerbrechliches Papier; wie Jungbohnen fässt du, nimmst die letzten Glieder. Mein Boden ist Hunger, der Grund ist geebbt. Sieh, Glaskörper. Ich lebe in deinen Bissen. In der Hand ein Unterarm. Und unten Oberhautwärme. Darunter ein Kostüm aus Nervenzellophan. Tinte ritzt Dein ist mein. Dein mein ist mein.
Am Rand sind wir, uns gibt es nicht. Die Seemänner haben das Meer auf falscher Seite gesucht. Leichen zerren wahllos, reißverschließen unsren Blick. Du knetest mein, flechtest Adern hinein. Blaue Striche verlegst du vom Herzen ins Hirn. Du wartest manchmal auf Regen und Bögen, ich warte mit.

Halbe Dekaden, dabei saßen wir nur kurz auf Grund. Am Boden, auf weichem Sand, jedes einzelne Korn ein Ticken. Traumsequenzen, ein Trailer Nuklearregen, wie es wohl ist im Firmament zu sterben. Unter Wattebäumen Tropfen ernten, schweigend singen, niemands Lied.
Wir treffen das Morsche, schaukeln im Sud. Ich trag das Vergessen am Bein, bind es mit Nylon zusammen. Wir spielen auf dem Paradoxon, es entflammt die Asche. Du beißt mich und trägst mich am Nackenfett. Wir ruhen heimlich, drehen die Spieße, niemand darf mich sehen. 
Faltest du mein Blatt zusammen, so hocke leise ich in deinem Beschnitt. Nach außen zeigen scharfe Kanten, vorn eine Rehling zum Fallen. Und drinnen sind Ohren in Spiralen verdreht. Dann bauen wir manchmal den Flieger aus Fasern, drehen lautlos, wirbellos einig. Verstümmeln als Raupen, jedes Glied Gelee. Die Flügel zu den Seiten krümmen, wir heben und senken mit jedem Knick.

Meine Taille hab ich aufgeschnitten, Walzen quetschen den Mörtel. Ein paar Buchstaben im Baumwollbeutel, ich trage Hungerhirn in Mastkörper.
Könntest du bluten, wüsste ich du bist nicht Parabel. Schwirrtest nicht nur in Mondphasen als Motte, sondern stächest und bissest das Venenrot.
Ich sehe jede dritte Nacht dir zu. Es fällt Staub aus meinem Ansatz, Krater halten den Boden dicht. Hier drinnen, zwischen den letzten vier Rippen, klingt sie luftdicht, vorletzte Arie an Leben.
Münder schmerzen, habe ich drei davon. Spitzenhacken, Beulenrisse, ich bin umgeschnitten, abgenäht und aufgezogen. Mein Uhrwerk erbricht, ich halte nicht. Zwischen Himmel und Estrich deine weißen Hasenfelle. Gesammeltes Gespinst und Gestirn, so schreib ich dir von richtungslosen Treppen auf Albinopapier.
Waagen gibt es nicht, alles hängt fotografisch immobil, ein luftloser Traum; Wir plündern Schichten Anderssein. Flüchten macht Spaß, solang es vor Endlichkeit ist. Wir leben es nicht, so töten wir. Wir lieben es nicht, so stehlen wir.
Ich vergesse lichtzulöschen. Fasse dich dennoch und ziehe. Schaumgelage, der Damm ist besiegt. Wir bauen große Schiffe aus Horn, verdichten mit Haut, Ballast ist Konfus. Wie nah du bist, wenn ich ertrinke. 
Ich rauche deinen Faden, rasiere meine Fragen, reinige meinen Körper mit deinem letzten ersten Gruß. Auf den Gräsern sitzt du, erster Tau der Nachtarmee. Kämme mein Haar aus gebleichtem Synonym. Sanft manchmal liegt meine Kugel aus Blut und Muskel, atmet den Dunst verbotenem Niederschlags. Alles dreht, Z wird A. Handrückenübungen auf deinem lebenden Nichts.
Es rücken die Bauern an den König näher, es naht Morgen, das Jahr ist vorbei. Münder halten Speichel, darin die versunken vergessenen Ruder. Ein Grat aus Adés, die Berge aktzeichnen das Tal. Hungrige Ziegen warten an den Morgenrotgrenzen. Ein Echo und zwei Wiederhalle. Das Es steht, Magenlawinen rollen, ich löse mich zu Salz in deiner Amplitude; du, Kurvengeburt, stehendes Hoch und Schwitzgewässer. Blindschleichen und Gänger, als wäre die Iris nur ein schwarzer Gedankenfleck. Ich zähle zurück, und so beginne ich, eins.


In der Mitte leben wir, auf Rost, im Brand zu Stäben gebogen. Mauern aus Qwertz, ich verschwinde in dir. 
Ich sprechblase und tonreiße, Eselsohren blättern zu Staub. Angesaugt wird einzig Atem aus Trost. In der Stille fühlt man den Fadenlauf zum Leib; Die Blutspur ins Leben leuchtet bis in den ersehnten Saum. Blickwinkel springen, ein Nu flieht ins Jäh. Wir gehen ineinader spiegelverkehrt. 
Tief ist nicht weit.
Es fällt dort Regen aus dem Boden, eine Hand im Himmel hält die Füße uns zum Fliehen. Du sickerst, Moor entzieht und nährt. Ich sterbe Liebe, kein Grund zu Gehen. Wir sind begegnet uns auf Halbmast. Niemand kehrt zurück.