Flüchtig über den Köpfen suche ich Halt. Jemand muss stehenbleiben. In dem großen Loch zwischen Decke und Boden, steckt alles fest, doch nichts steht still. Schöpfe in immergleichen Farben, graue Stirnen, ich sehe nicht mehr. Einen roten Korb habe ich dabei, kniehoch hängt er leer. Wenn ich rufe. Jemand muss stehenbleiben. Jemand muss doch. Es füllt sich weiter. Runde Formen werden unebene Linie, dahinter die nächste in dunklerem Ton. Ich weiß nicht mehr, wo Wände sind.
Ich balanciere auf den Fliesengeraden, lausche dem ungestalten Schrittklang des Schwarms. Ich versuche gelernte Worte zu filtern, im Korb sind zwei, drei Endungen schon. Unter meinen Armen kreist sich Schwäche. Ich friere, mein Körper scheidet mich aus.
Einmal muss doch-, jemand muss stehenbleiben. Jemand könnte fallen, könnte rutschen auf mir, dann bin ich Schuld.
Einsneunzehn, vierundachtzig. Fünfundsiebzig, zwei, drei, ein wenig mehr. Eins schiebt das andere, manche schieben sich zu dritt. Ich wäre gern, ich hätte gern; doch kann kaufen nur, ganz ohne Kojunktiv.
Wenn sie mich sehen, ich stehe hervor als flacher Knochen aus den Gebeinen. Ich habe keine Füße, wie sie sehen.
Ein Laufband ist manchmal das Ziel, doch gibt es kein Leitsystem in diesem Gemisch. Es verquirlen sich Ungenießbare mit allen Schönen. Dinge und Sachen, es gibt gedachte Gerüche, gekühlte Leblosigkeit. Verpackte, Geschmückte, es sind Waren und Wesen. Fabeln aus Heißluft, ich transpiriere in meinen Mund.
Wie ist Weinen? Jemand muss stehenbleiben. Schritt vor, zurück. Ich verschwende meine Steine.
Alles passt irgendwann, weil es im Schotter sich wetzt und Form annimmt. Und die Kanten verliert, über die Menschen sonst fallen. Ich stehe weit über den Linien hinaus, ich bin Schuld wenn sie halten. Wenn sie im Fallen mich sehen.
Es blüht in meinem Bauch, ich zähle zuviel. Was an den Enden des Gebäudes Ränder vermuten lässt, sind nur weitere Linien nach innen. Alles wird eins, die Suppe warm. Noch immer stehe ich am selben Punkt. Ich möchte es sehen, das Außen, hier. Kann nicht gehen, es muss jemand stehen mit mir.
Der Korb, alles Bekannte, mein Freund aus Draht. Gefüllt mit dem Tauben, den letzten stummen Liedern des Tages. Ein paar Augen versinken darin, bekleben es mit Scham in meinem Herzen.
Jemand muss stehenbleiben. Die Chronik wächst aus Wiederholungen. Angsterregt zittern Zahlen aufs Papier. Ich zahle mit meinen letzten Stunden, wo der Ausgang ist das ist egal.
Ich fahre Boot in Gedanken. Ein Skelett begleitet mich und hilft mir tragen. Jetzt schreite ich voran, denn in Träumen kann ich gehen.
Jemand muss stehenbleiben. Ich bin noch geblieben an einem Ort, an dem niemand mehr sucht. Es ist zu spät für mich zu fliehen. Nun zeichne ich Menschenbilder um mein eigenes zu radieren. Leere und fülle, blockiere die Gänge. Ich suche nach verdaulichem Nichts und behalte die letzten Krumen. Streue sie mir vom Leib neben die Füße, um den falschen Weg zu meiden.
Bleib stehen, du musst stehen bleiben.
Jemand muss, hör auf zu gehen.
Jemand muss fühlen.
Schlagen.
Mich sehen.