10. Juni 2012

blend and balance, pain and comfort

Vielleicht kommt sie wieder. Es gab sie ja immer schon. Es gab sie, mit Atem, Pausen, los, in Amplituden; an ihrem Nullpunkt immer war Schlaf. Sie ist, war viel. War krank oder zu viel. Sie ist war, oder wahr, wer weiß schon was ungesprochen in ihr lag.
Sie ist, zeitlos trotzdem zählt man Jahre, und ist überall vergangen auch, ist sie Gegenwart. Sie spricht nicht viel, schweigt Geschriebenes viel mehr. Sie lacht, blüht auf, wenn sie längst dem Tode naht, lebt sie, baut Muskulatur. Lässt leben das längst Gestorbene, das tragende Wesen.
Sie weiß nie, alles weiß sie nie, ahnt nur, gefährlich sieht sie, sieht Bilder im Fühlen, im Reizen, im Vollsein. Nährt sich, übersättigt ausgehungert, an ihrem Bruder, der sie abstößt, sie verrät, sie liegenlässt, bis sie von selbst geht, mit sich selbst geht. 
Sie fehlt, auch wenn sie stetig ist. Sie wird gesucht, namenlos beschrieben. Nachgestellt wird ihr, sie wird auch gelassen. Sie wird gefunden, wenn nur einer sich selbst sucht.
Sie besteht aus wieder. Aus immermehr und tagelang. Dann Brüche, Frakturen, gestanzte, ledrige, beschriebene Haut; Teile aus zu früh zu spät, aus anderen, aus selbst.
Sie ist, wie sie kaputt ist. Weint trocken, tränt Staub. Bläst allein. Sie hat, besitzt alles, auch nichts besitzt sie ganz.
Sie ist schuld weil sie es nicht ist. Sie kann nicht, weil sie muss, niemand muss fragen ob sie wollen würde, sie ist, sie ist. Angst wohl immer, unaussprechlich. Weil sie tödlich ist.


Wie greifbar sie ist, haptisch, kommunizierend in Körperteile. Sie ist schön, nachts, in Zwillingsstimme, rückennah. Giert wenn sie braucht. Sucht Sucht, mehr, ist Knochen nur noch, glitzernde Pelle. In den schwächsten aller Stunden sucht sie. Sagen sie fälschlich, mittig im Körper säße sie links. Ortlos lungert sie. Will rufen, hör.