21. Juli 2012

freiwir

Wir liegen freifeldwärts
Haupthaargedanken wehn
Als zwei Transparente uns
deckend schwarz vermischen/

Oben ist kalt und Drüben ist war
Frierhäuten wir still in des andern Gerüst
Zwischen Käfigrippen ein wenig Sonne
Zeit füttert im Bratsaft ihr sattes Grau/

Ein Ton macht keine Hymne
Ein Himmel in Streifen kein Ziel
Sehnen wir ein bisschen sehen kannst du
Wie manchmal das Feuer schreibt
mit brandmalendem Papier/

Hast du Nahrung für mich
Reicht ein Strich nur am Schluss
Ein Falz in der Mitte, hören nur Ohren des Esels
Klebbindungsfehler
Grau malt sich gut auf ebenem Beton/

Wir spielen Puppen und
Schließen die Augen nur
Wenn wir still uns legen lassen 
Plastikhautkorpora, darin ein paar Drähte/

Fleischgetauscht, den Nächten entleibt
entrinnen Wermutstropfentöne
Notenlage, Fehlfolgeschritt 
Dis Tanz ist schwer ohne Musik/

Wir geben frei
Kamen verkleidet als Meer
Darin schwammen einig
Unsere Münder in Grau/

An Plastikwimpern Schlafreste 
von jedem niemals, rudimentär
Lieg ich frei ganz embryonal
luvseitig heimwehend,
Wir haben verloren.