13. März 2012

nicht für mich

Nicht für mich. Ich wurde nicht gefragt. Sagten sie für mich, so soll ich. Ich will nicht mehr. Nicht spielen darf ich, ich will alten Regen trinken. Jetzt lieg ich hier, unangebunden.

Steh ich rückwärts zum Rand hin, im Nacken sitzt Zuhause. Im Haar, schön sagten sie mal; Kletten, ich komme aus dem Wald. Dort bin ich geboren. Hab nie einen Menschen gesehen, und nie einen Fehler. Vom Tod hielten sie mich fern, sterben ist wohl fortgehen. Ob sie jemals wiederkommen, das hab ich nie gefragt.

Ich habe eine Decke aus Katzen. Aus Schnurrgeraden das Garn. Wir liegen, ich rieche sie, war mal einsam auf den Straßen, dort sammelte ich sie ein. Nicht für mich. Ich friere gern. Ich wurde nicht gefragt, ob ich mein Fell verlieren wollte, das Haar, überall, die Haut verdeckend. Jetzt muss ich leben damit. Eigentlich bin ich nackt. Eigentlich will ich das nicht mehr.
Es ticken siebenhundertvierzig Uhren, jede Sekunde eine Meinung. Nicht für mich, sie brachten mir nicht bei zu meinen. Ich spreche blind. Mich hat niemand gefragt ob ich Ohren brauche. Wer selbstgesprächig ist, dem hilft auch keine Antwort, sagten sie. Ein Fuß stand schon mal, auf einem Brett, ich hatte einen Baum, in meinem Garten war ich gern. Dort wuchsen im Winter Altrosen, die neuen habe ich zum Unkraut getan. Manchmal schnitten sie, ohne zu dornen. Ich wurde nie gefragt, ob ich züchten will. Ein desolater Anbau ist nicht leicht zu überschauen.

Nicht für mich bin ich entkommen, komm‘ ja immer wieder hin, zurück. Manchmal überlege ich, ob dies nicht Tod sei; sagten sie doch - , nein, ich fragte ja nie.
Bin ich im Stillstand aufgestanden, haben sie mich angehalten. Ich sagte manchmal, ich renke mich nur ein. Nicht für mich habe ich ihnen dann die Rezession zensiert. Blut und Wasser fließen hier nicht. Papier saugt alles auf. Ich wurde nicht gefragt, ob ich es gut finde, dass es Geheimnisse gibt.
Das Gehirn im Negativ, sieht aus wie Blumenkohl. Nicht für mich entschied ich, diesen Kopf zu füllen. Ich wurde nie gefragt, doch wüsst ich dann nicht mehr, wie komm ich fort, ohne ein Gedächtnis.
Wär ich vielleicht dann schon zurückgekehrt. In meinen Wald aus Verstecken. Kreuzten sich dort Töricht und Absurde. Ich als Kind, ohne Wissen von Tod. Zum Schutz sagten sie, bleib unerkannt, hätt ich mal gefragt.
Warum.

Der Onkel ließ seinen Strick mir als Seil ins Leben. Leben beginnt man erst, wenn man Endlichkeit versteht. Ich wurde nie gefragt, man sprach ja nicht, einfach so, ohne eine Frage. So muss ich jetzt lernen, nun, nicht für mich, ich mag lieber mit Regen malen. Antworten erwarten wohl viele. Es tut mir leid, wollt‘ ich wohl sagen, das hat man mir geglaubt. Doch Leben, das, das war wohl nicht für mich.