4. Dezember 2011

mein name ist angst

Drum habe ich Angst vor der Nacht, weil sie den Tag näher holt. Der wird unkontrollierbar sein. Nicht abzuwiegen, nicht in Litern messen zu sein. Meine Worte sind nächster und danach. Worte, die unkontrollierbar sind. Ich stehe immer dazwischen. Doch ich rieche nach Luft. In mir wachse ich. Gebe mir selbst Synonyme.

Drum habe ich wohl Angst zu erblinden. Kann nicht mehr messen und wiegen. Eine Nacht macht dunkel und die Augen starr. Graue Farbzonen, die nur im Starren sich erheben. Die Skalen verwischen, die Zahlen vernebeln. Nichts ist sichtbar, was sonst das Leben bemächtet.
Drum habe ich Angst vor Entmachtung. Die Regierung ist abgesetzt, nur der Pöbel ist Angst. Wischt unter den Bänken die Fußspuren dreckig. Es riecht nach Kotze, es aalt sich der Stolz darin. Die Nacht ist mächtig, hat Druckkraft ohne Muskel. Ich zähle zurück, doch das Dunkel schwärzt sich weiter; im Scheibenkegel nur ein Fell, heut bin ich nicht allein.

Drum habe ich wohl Angst zu verlieren. Die Sinne sind verkürzt. Bis zur Hand, der eigenen, die auch wehtut, wenn sie autodestruktioniert. Ist da wer? Im Wandbeschall des eigenen Atems. Da wachsen Bäume aus Kabelenden und Desillusion. Nehmen sich Schatten als Gebrüder zum Tanze der Angst. Sie wiegen sich in affektierten Wipfeln. Und dann ist man allein ich.

Drum habe ich auch Angst vor meinem Namen. Es steht nichts großes nach dem Echo. Willkürlich gespochen, es gibt mich zur Hälfte ganz. Undingbar, rieselt es, mein Name, ich kenne mich nicht.