27. April 2011

umzug

Über dem Schrank das heilige Los.
Über Staub und Resten ein kaputtes Floß.
Stöcker verbaut. Es riecht vertraut. Nur leise ist es, da ängstigen wir laut.
Zwischen Geschachteltem liegt neues, für Jahre gebraucht.
Braucht Zeit es erneut zu verpacken,
liegt im Moment in Schichten gestaucht.

 
Ich habe keine Aufgabe. Der Plan ist zu gehen.
Kann vor lauter leeren Kartons den Ausgang nicht sehen.
Haben wir einen Termin? Ich bin anwesend, bereit.
Stellt sich quer die Leere, die uns schmerzhaft von Fülle befreit.

 
Geschreie und Stille, es wächst wie gegossen.
Mir ist, wie jeden Tag, der Zeitpunkt entflossen.
Streng beobachte ich mich, sobald ich sitze.
Das Standbild lässt zu davon ein Bild zu malen,
nur, dass ich mich vor deinen Blicken schütze.

 
Sei nicht böse, ich gehe nach Haus.
Kein schlimmerer Ort um hinzugehen, doch es ist weit weg. Es ist raus.
Sei nicht traurig, ich seh ja keine Tränen.
Kann nicht glauben, dass dir schmerzt, dass wir einander sehnen.
Es ist leise. Du bist schon längst weg.
Ich suche eine Frage zwischen Gläsern und Besteck.

 
Anders ist, wenn anders bleibt.
Wir wissen, was morgen unsere Seelen aufreibt.
Deine Arbeit ist meine. Dein Schmerz mein Schlaf.
Dein Auge meine Reflexion. Deine Abkehr mein Bedarf.
Machs gut, mein Freund, bis morgen oder heute.
Wir werden uns wiedersehen, als ein und dieselben Leute.
Und spielt das Brauchen eine Rolle für das Kleine, das wir lieben,
so kehren wir dahin zurück, als wären wir immer geblieben.