9. März 2011

weil wir nicht mehr sind als wir

Wenn deine Augen glänzen würden, nur einen Augenblick glänzen würden im Schatten des Geländes, des weißen, nutzlosen, des allgegenwärtigen Haupttrittfeldes dieses ordinären Tages. Ich sitze und sehe deine Augen, wie immer. Alle Zeit ist der Baum, den wir nicht überleben. Was wir haben ist das, was wir voneinander haben. Ich sitze und sehe deine Augen und weine, wie immer. Ich verschwende unser Augenlicht.Die kostbare Zeit zwischen Geburt und Tod ist unser Augenlicht.Innen drin bist du genauso hässlich wie ich. Ein Konstrukt aus Zweifeln, gepaart mit alten Organen. Alle darin. Ich sitze und sehe und sehe den Halt, wie immer. Er ist wieder da. Der Halt, wir halten und warten und sind eigentlich allein. Ich bleibe kurz hier. Noch ein paar Jahre, zweifelnde Alltäglichkeit, ein paar Jahre noch vielleicht. Meine Knie schmerzen vom Bodensickern.Ich sehe deine Augen und warte, wie immer. Im Nachtschlaf schlafe ich nie. Und kannst du mir sagen wer die Liebe archiviert. Bazilllen im Morgenrausch. Wir sitzen im Park und vergessen uns, wie immer. In jeder Minute sind zwei vergangen.Ich höre mich denken, liebe ich. Und sind wir zwei Matritzen die sich quälen und vergehen bis sie vorübergehen, ja, bis sie vorübergehen, vielleicht.Ich sitze und sehe und sinke, wie immer. Da hängt die abgezogene Haut. Hinter Rauhfasern hab ich mein Leben versteckt. Heimlich ertränke ich mich am Kleister der Zeit. Bind mich ein in dir. Wir sind auseinander. Leid klebt in meinem Gesicht.

Warum redest du nicht. Ich rieche schlimme Worte und die verbrannte Wut, die von Norden kommt. Ich sitze und starre und singe, wie immer. Wir spielen Raum der Zeit, bis wir hinausfliegen und ich die Katzen nicht mehr trinken höre. Halten wir uns fest und ekeln uns. Mach mich klein, Kanüle. Ich betrete mich und der Saal ist leer. Sind viele nicht viel mehr als wir? Sind wir nicht zahlenlos? Niemand sieht unsere Einsamkeit. Ich sinke und stehle und habe Angst, wie immer. Ich melde mich nicht. Der Appell ist vobei. Wir hören nur noch manchmal den Buchstaben unseres Vergehens und gehen dann und laufen. Nichts ändert sich.Ich schweife nur und Verzweiflung macht sich breit. Ich stinke und sitze und sehe Augen, wie immer. Klein ist die Welt, wir werden uns wieder sehen. Vorbestimmt ist der Zufall und Fall ist dein Wort und stimmt mit ein und lässt uns zusammen lassen.Ich bleibe und stehe und leere Augen, wie immer. Ich drifte ins Kohlemeer und bin schwarz weil Krank mir sagt, mal mit mir, verwisch mit mir. Drifte ab, zerfalle zu mehr. Sind wir mehr, wenn ich es bin, nicht viel mehr doch, auch wenn wir teilbar sind.