Der Tag wird kommen, an dem ich mich räche. Räche, für die ganzen nutzlosen Tage. Tage, die so dahintriefen in vollkommender Zufriedenheit, das es mir wie ekliger Schleim vorkommt, den ich nicht von Händen, Füßen und meinen Augen losbekomme. Diese Tage, an denen kein Schmerz zu schaffen macht, keine Eile mich aus dem Bett zu holen vermag, oder zurückhaltend Sonne in mein Dachfenster scheint, ohne mich zu stören oder mir zu genügen. Tage, an denen alles ohne Kraft und Verstand vorantreibt und ich vergeblich versuche gegen dieses Laufband anzugehen, mit dem Fazit, nicht einmal hinzufallen. Ich beschließe, jener Tag soll es sein. Der Tag, an dem ich, Tomcik Sansibar, dieser Massengemütlichkeit, wie sie aus jedem Sims, aus jeder noch so kleinen Wohnungsritze, stinkend, wie alter Schweiß, heraustritt und mein Gemüt betoniert und meinen Hass auf diese Welt, dieses Land und dieses von Verstandsschmarotzern befallene Dorf ins Nirgendwo befördert.
Man kennt mich nicht. Ich lebe zurückgezogen in meinem dunklen Dachgeschoss, das, trotz seiner winzigen Größe, voll ist mit Nahrungsmitteln. Meinen Nahrungsmitteln, die ich brauche und niemand sonst, den ich kenne. Und kennen tue ich hier niemanden.
Mein Vorteil ist, dass sie nichts davon ahnen werden. Sie leben in ihrer eingedickten Geleewelt, überlegen, wie sie sich jenen gammeligen Sonnabend noch gemütlicher, schöner, perverser einrichten. Es wird das Essen gelobt, die wunderbar frisch riechenden Gardinen, die talentierte Tochter, die ohrenbetäubend auf ihrer Geige herumschrammelt.
Sie hören es nicht. Sie sehen es nicht. Die kleinen Dinge. Die Zwiscchenräume, die Nähte und vermeindlichen Wanzen, die sich überall in ihrer vollkommenden Schönheit verstecken. Die sichtabr sind, doch sie haben andere Augen. Andere Augen als ich und jeder Mensch, der das Leben eines Abgestoßenen genießt, der die Einsamkeit als für ihn auserwählte Aufgabe annimmt, um im Stillen zu ändern, was der Nächste nicht kann.
Ich will sie nicht in Schutz nehmen. An manchen Tagen jedoch kann ich nicht anders als es hinzunehmen. Diese lauten Kinder, diese verwöhnten, weil sie hineingeboren werden, ausgeliefert ihren schon hineingeborenen Erzeugern und ausgeliefert einer von Aasgeiern verkleideten Scheinwelt, die so rund und erhellt ist, dass die winzigen Ecken und Kanten überbaut und eingefercht werden, bis ein jeder diese Hirnwäsche hinnimmt und glaubt, alles sei wie es ist.
Ich, Tomcik Sansibar, sehe mich als Retter. In erster Linie denke ich dabei an mich selbst. Ich habe niemanden, an den ich denken könnte, den ich sonst retten könnte. Ich bin allein und allein für mich verantwortlich.
Meine Nahrungsmittel habe ich in eine große Tasche gepackt. Zusammengebündelt mit robuster Kordel zu sechs Paketen. Acht solcher Pakete liegen fein gestapelt in der geerbten Ledertasche meiner Tante. Sie ist schwer. Doch noch schwerer ist das Leben.
Ich habe vor einigen Tagen begonnen, eine sehr dicke, reißfeste, längere Kordel zu flechten, mit einem Durchmesser von vier Zentimetern. Mit dieser verschnüre ich jeweils vier Pakete und verbinde sie schließlich in der Mitte.
Meine Aufgaben sind gemacht. Da ich weder Fahrrad noch Kraftfahrzeug besitze, schleppe ich mich und meine Reisetasche zu Fuß zwischen Wiesengrund und Bahnhofsgleis, dort, wo die einzigen meterhohen Wasserfälle des Landes fließen. Mich betört dieser platzende Lärm in der Stille meines Herzens. Ich stehe schon bis zu den Knöcheln im Wasser, als ich, zugegeben leicht schnaufend, Paket für Paket aus der Tasche hole und ein jedes sanft über den Rücken streiche. Ich binde mir vier Pakete á sechs Nahrungsmittel an das linke und die selbe Anzahl an das rechte Bein, etwa fünf Zentimeter nördlich der Knöchel. Sie schmerzen ein wenig, da ich aufgrund meines schwergläubigen Charakters das ganze Szenario in meinem Dachgeschoss schon einmal probehalber durchgegangen bin. Ich entschließe mich nicht lange zu warten, weil es niemanden gibt, der auf mich wartet, geschweige denn, auf den ich warte. Warten ist eines dieser Taten, die diese Pestgemütlichkeit an Sonnabenden bis aufs letzte ausgefüllt haben und ich genug davon habe. Vielleicht wird das einzige, das von mir übrigbleibt, der Rest Nahrungsmittel in meiner Wohnung und eine anonyme Traueranzeige in ihrem Tagesschmierblatt sein.
Mehr habe ich nicht. Mehr bin ich nicht. Und mehr will ich nicht sein.
Es wird kalt. Ich hätte mich in einer anderen Jahreszeit entschließen sollen. Ich schleppe die schweren Bündel an meinen Füßen mithilfe beider Hände in das Wasser. Es dauert unerwartet kurz, bis ich nur noch mit dem Gesicht im Leben stehe. Ich hole keine Luft, gehe nur mit Leichtigkeit tiefer und tiefer, bis ich mich nach Empfinden an einer mir angenehmen Stelle platziert habe.
Nun noch ein letztes Mal warten. Angenehmes Warten ohne Durchbrüche lauter, ätzender Stimmen der Dummköpfe, die keine Nahrungsmittel brauchen. Sie brauchen nur das, was ihnen schmeckt. Leichtigkeit, die ihren Verstand so sehr verfettet, dass sie nicht anders können als in ihrer Gemütlichkeit zu verwesen.
Ich gehe. Ich bin der Retter meiner selbst. Und meiner Bücher, mit denen ich mein Wissen genährt habe, Jahr um Jahr. Dreiunddreißig Jahre lang. Sie sind bei mir. Sie, die mit mir warten, wie sie es immer getan haben.
Man kennt mich nicht. Ich lebe zurückgezogen in meinem dunklen Dachgeschoss, das, trotz seiner winzigen Größe, voll ist mit Nahrungsmitteln. Meinen Nahrungsmitteln, die ich brauche und niemand sonst, den ich kenne. Und kennen tue ich hier niemanden.
Mein Vorteil ist, dass sie nichts davon ahnen werden. Sie leben in ihrer eingedickten Geleewelt, überlegen, wie sie sich jenen gammeligen Sonnabend noch gemütlicher, schöner, perverser einrichten. Es wird das Essen gelobt, die wunderbar frisch riechenden Gardinen, die talentierte Tochter, die ohrenbetäubend auf ihrer Geige herumschrammelt.
Sie hören es nicht. Sie sehen es nicht. Die kleinen Dinge. Die Zwiscchenräume, die Nähte und vermeindlichen Wanzen, die sich überall in ihrer vollkommenden Schönheit verstecken. Die sichtabr sind, doch sie haben andere Augen. Andere Augen als ich und jeder Mensch, der das Leben eines Abgestoßenen genießt, der die Einsamkeit als für ihn auserwählte Aufgabe annimmt, um im Stillen zu ändern, was der Nächste nicht kann.
Ich will sie nicht in Schutz nehmen. An manchen Tagen jedoch kann ich nicht anders als es hinzunehmen. Diese lauten Kinder, diese verwöhnten, weil sie hineingeboren werden, ausgeliefert ihren schon hineingeborenen Erzeugern und ausgeliefert einer von Aasgeiern verkleideten Scheinwelt, die so rund und erhellt ist, dass die winzigen Ecken und Kanten überbaut und eingefercht werden, bis ein jeder diese Hirnwäsche hinnimmt und glaubt, alles sei wie es ist.
Ich, Tomcik Sansibar, sehe mich als Retter. In erster Linie denke ich dabei an mich selbst. Ich habe niemanden, an den ich denken könnte, den ich sonst retten könnte. Ich bin allein und allein für mich verantwortlich.
Meine Nahrungsmittel habe ich in eine große Tasche gepackt. Zusammengebündelt mit robuster Kordel zu sechs Paketen. Acht solcher Pakete liegen fein gestapelt in der geerbten Ledertasche meiner Tante. Sie ist schwer. Doch noch schwerer ist das Leben.
Ich habe vor einigen Tagen begonnen, eine sehr dicke, reißfeste, längere Kordel zu flechten, mit einem Durchmesser von vier Zentimetern. Mit dieser verschnüre ich jeweils vier Pakete und verbinde sie schließlich in der Mitte.
Meine Aufgaben sind gemacht. Da ich weder Fahrrad noch Kraftfahrzeug besitze, schleppe ich mich und meine Reisetasche zu Fuß zwischen Wiesengrund und Bahnhofsgleis, dort, wo die einzigen meterhohen Wasserfälle des Landes fließen. Mich betört dieser platzende Lärm in der Stille meines Herzens. Ich stehe schon bis zu den Knöcheln im Wasser, als ich, zugegeben leicht schnaufend, Paket für Paket aus der Tasche hole und ein jedes sanft über den Rücken streiche. Ich binde mir vier Pakete á sechs Nahrungsmittel an das linke und die selbe Anzahl an das rechte Bein, etwa fünf Zentimeter nördlich der Knöchel. Sie schmerzen ein wenig, da ich aufgrund meines schwergläubigen Charakters das ganze Szenario in meinem Dachgeschoss schon einmal probehalber durchgegangen bin. Ich entschließe mich nicht lange zu warten, weil es niemanden gibt, der auf mich wartet, geschweige denn, auf den ich warte. Warten ist eines dieser Taten, die diese Pestgemütlichkeit an Sonnabenden bis aufs letzte ausgefüllt haben und ich genug davon habe. Vielleicht wird das einzige, das von mir übrigbleibt, der Rest Nahrungsmittel in meiner Wohnung und eine anonyme Traueranzeige in ihrem Tagesschmierblatt sein.
Mehr habe ich nicht. Mehr bin ich nicht. Und mehr will ich nicht sein.
Es wird kalt. Ich hätte mich in einer anderen Jahreszeit entschließen sollen. Ich schleppe die schweren Bündel an meinen Füßen mithilfe beider Hände in das Wasser. Es dauert unerwartet kurz, bis ich nur noch mit dem Gesicht im Leben stehe. Ich hole keine Luft, gehe nur mit Leichtigkeit tiefer und tiefer, bis ich mich nach Empfinden an einer mir angenehmen Stelle platziert habe.
Nun noch ein letztes Mal warten. Angenehmes Warten ohne Durchbrüche lauter, ätzender Stimmen der Dummköpfe, die keine Nahrungsmittel brauchen. Sie brauchen nur das, was ihnen schmeckt. Leichtigkeit, die ihren Verstand so sehr verfettet, dass sie nicht anders können als in ihrer Gemütlichkeit zu verwesen.
Ich gehe. Ich bin der Retter meiner selbst. Und meiner Bücher, mit denen ich mein Wissen genährt habe, Jahr um Jahr. Dreiunddreißig Jahre lang. Sie sind bei mir. Sie, die mit mir warten, wie sie es immer getan haben.