Meine Scherenhände berühren dich
du trägst keine Narben
jede Klinge streift deinen
mit winzigen Schweißperlen versehenen Körper.
Wie ein gespannter Bogen
zum Abschuss bereit
dir ins Herz zu schießen
und dich nicht zu verletzten
Ich spiele die unendliche Melodie der Vergänglichkeit
auf meinen herausragenden Adern
die in deinem Tränenmeer
silbern schimmern.
Mein Glasherz zerspringt
in deinem Schoß
keine Scherbe verletzt dich
wie Diamanten zerfetzen sie vor deinem Körper
der heute so süß nach blutroten Kirschen riecht.
Mein Steinmagen
wird schwerer
kein Fels erdrückt dich
du scheinst Stahl zu sein
an dem ich mir die Nägel reiße
und meine weiße Haut
in der Hitze schmilzt
sie abfällt auf deine warme Brust
und du nicht verbrennst an ihr.
Meine eiskalten Augen
starren auf dich
als stündest du im Fadenkreuz
doch du erfrierst nicht
stehst nur still uns siehst zu Boden
auf dem ich ausgelaufen bin
Und du
du fällst nicht
legst dich nur schweigsam neben mich
und siehst zu
wie ich langsam verblasse
und dem Boden gleich bin
Und du
mit deinem zarten Fußtritt
steig hinweg
in mich, hinein
in mich, in mein Vergessen.