Klatschend schlagen die Bäume an die Scheibe, durch die ich die vorbeiziehende Welt in Streifen sehe. Mein Kopf legt sich von allein an das kalte, zerkratzte Fenster. Er hat sich schon längst vom Rest meines Körpers abgelöst. Die Bahn schleift ihn mit, hängend, wie an einer Nabelschnur.
Gleichgültige Seelen starren mich an. Aus allen Richtungen spitze Stöcke, die mein Fleisch, vom Sitz verschlungen, lautlos ertasten. Sie sehen meine auf kalten Platten servierte Innerei, die ich durch nach außen gestülpte Traurigkeit nicht verbergen kann. Meine Augäpfel ausgelaufen. Meine Augenhöhlen ausgehöhlt.
Er sagte, ich solle gehen. Verschwinden. Und ich verschwand. Nahm meinen Sack Leben mit. Zusammengebunden mit gerissenen Synapsen. Verschmiert mit meinem Herzblut.
Er, das heiße Öl, in das ich mich legen will. Die kalte Fliese, auf die ich mich legen will.
Hat mich unsichtbar gemacht. Die Liebe wollte nicht mehr.
Ich stieg mit Stahlfüßen in eine namenlose Bahn. Sie nahm mich einfach mit, wollte mich nicht stehen lassen. Nicht hier. Nicht im Morast meiner Gefühlsleichen. Zertreten. Zerquetscht. Unerkennbar entstellt. Sie nahm mich ohne Boden mit. Und hält mich fünfzehn Halte. Fünfzehn Minuten. Bis zur Endstation.
*
Minute eins. Motorisch. Ich bin eine Maschine, die ihre Nähte mit Tränenwasser ölt. Automatische Atmung. Ohne Werkzeug. Ich Maschine muss sitzen bleiben. Und sitze aufrecht. Starr und Stumm.
Leute steigen ein. Steigen aus. Gehen, kommen. Wissen anscheinend wohin sie gehen, woher sie kommen.
Ich weiß nicht, wohin ich gehe. Woher ich komme.
Minute zwei. Melancholisch. Ich benehme mich dämlich. Fange mir Blicke ein, die mein nasses Fleisch betrachten. Ich bin ein kleines Kind, das nach seiner Mutter schreit. Kann nicht leise sein. Verschlucke mich an meiner Peinlichkeit. Mein Kopf ist überschwemmt, ich kann mich an nichts mehr erinnern. Nur, das ich traurig bin. Und das dreizehn Minuten fehlen.
Wieder Ein-und Aussteigende. Ein verwirrter Blick, der sich von mir entfernt. Und eine schwere Tasche Scham auf meinem Schoß.
Minute drei. Masochistisch. Ich will zurückfahren. Brauche mehr von der Säure, die er über mich goss. Brauche mehr von dem stumpfen Pfahl, der meine Innereien zerlegt. Brauche die Hände, die mich einst in Federn wogen, und jetzt zerquetschen wollen. Brauche Narben, die mich erinnern, dass ich allein bin.
Minute vier. Optisch. Meine Instabilität drängt sich nach außen. Die Menschen sehen, dass ich innen drin weich bin. Eine Schnecke ohne Haus. Ausgeliefert. Und nur den Blicken ausgeliefert. Ich habe kein Zuhause mehr. Mein Schneckenhaus ist kaputt. Die warmen schleimigen Wände um mich sind zerbrochen. Mein Haus, das mein Körper war. Der mich warm hielt. Und mich verlassen hat. Meine verkorkste Seele sich in ihn gebohrt hat und ihn schleichend ausgehöhlt hat. Und jetzt irgendwo sitzt. Mein fremder Körper. Der bestimmt noch warm ist von mir.
Minute fünf. Theatralisch. Mein Kopf wird verfolgt von Déjà-vus.
An diesem Morgen. Mein verlassener Körper ist nicht allein. Neben ihm ein blasses Mädchengesicht. Das mich vergessen machte. Das mich unsichtbar machte. Das mir mit stillen Augen sagte, dass es vorbei ist.
Ich sitze mit meinem rohen Fleisch zwischen ihnen. Und trotzdem ganz weit weg. Wir sind drei. Auf der Bettkante. Und die Federn durchbohren nur mich. Ich sehe zu, wie ich nicht da bin; wie mein schwarzes Schmutzblut ihre Zweisamkeit berührt. Er neben ihr. Und ich ganz weit weg. Er, mein alter Körper. Meine alte Seelenschatulle.
Wir spielen Theater. Ich bemühe mich in Perlen zu weinen, die klirrend auf den Boden der Surrealität fallen. Ich bin allein. Doch fürs Alleinsein sind drei zu viel.
Minute sechs. Psychedelisch. Verzerrte Fratzen holen mich in den Zug zurück. Eine Stimme sagt den Straßennamen, an dem ich in Zehntelsekunden mein vergangenes Leben vorbeiziehen sehe.
Es war der neunte. Wir saßen hier. Grün. Unsere Gedanken. Rosarot. Das Gras. Zwei Stunden gemeinsame Einsamkeit. Mehr waren es nie. Ich sagte du. Das Du sagte ich. Wir waren das Knäul. Aus kaputten Fäden. Und im Hintergrund die tickende Zeitbombe. Nicht länger als kurz. Nicht länger als kurz.
Warme Arme um mein armes Herz. Ein warmes Ohr auf seiner Brust. Unsere stillen Geschichten verschwanden im Horizont. Jeder einzelnen blickten wir nach. Wir, die Mütter unserer Lebensgeschichten. Wir, die versagt haben.
Er, der kaputte Perfektionismus. Nur noch ein Rückgrat, das ihn hält. Seine warme Haut gab er mir. Und hat jetzt nichts mehr. Er, der Stabile. Der harte Panzer, der nur unter Federdecken weich und leise wurde. Dessen Geruch plötzlich Sommerregen glich und eigentlich ein Friedhofsschauer war.
Blaue Augen erblickten mich nur selten. Übertriebene Schönheit versteckte sich hinter roten Lidern. Doch fragte ich nach Tränen, so verneinte er.
Wir kommunizierten über lautes Schweigen. Schreiend, manchmal. Verletzend, bis zur Taubheit. Bis zur Ignoranz.
Minute sieben. Phobisch. Ich schrecke auf bei jedem Schienenstoß. Die zerkratzten Scheiben verwandeln sich in Gespensterfratzen. Leuchten auf, als wir aus dem Tunnel fahren. Ins weiße Licht hinein. Das nicht wohlig, sondern erstarrend scheint.
Ich fasse nach dem leeren Sitz neben mir. Stelle mir vor, er wäre mitgekommen. Um mit mir zusammen zu sterben, oder neues Leben anzufangen.
Ein neues Leben. Ohne Hunger. Ohne Gefühlskalorien, die sein Leben zerstören. Ohne Spiegel, die seine dürre Seele gewaltsam nach außen stülpen.
Ein neues Leben. Ohne meine Persönlichkeit, meiner instabilen Schwester. Ohne schwarz lackierte Gedanken. Nur wir zwei. Ohne Angst uns zu verlieren.
Doch wir haben uns verloren. Vor sieben Minuten. Und ich habe mich verloren. In dieser Bahn, die mich nach Hause bringen soll.
Wir verloren uns vor drei Jahren, als er nicht an mir vorbeiging. Als er stehenblieb. Und blieb.
Wir verloren uns vor einem Jahr, als er nicht von mir ging. Als er stehenblieb. Und blieb.
Wir verloren uns vor einer Stunde, als er aufhörte mich zu lieben. Als er anfing das Mädchen auf der Bettkante zu lieben. Und ich sitzen blieb. Und blieb.
Wir haben uns verloren. Weil wir uns nie gefunden haben. Sondern nur blieben. Jeder für sich.
Minute acht. Bestialisch. Ich rieche, wie der Erinnerungstumor mich auffrisst. Ich rieche die stinkende Einsicht, dass ich nicht fähig bin. Zu nichts. Dass ich nur eine weitere Liebesleiche bin, die hier, in dieser von Aasgerüchen durchzogenen Bahn, verschlungen und nach Hause getragen wird. Meine Wut wird unkontrollierbar. Ich möchte in eines dieser Affengesichter schreien, die auf demselben Weg sind wie ich, nur ein anderes Ziel verfolgen.
Ich weiß nicht, wohin ich komme. Ich wohne seit drei Jahren in dieser gottlos traurigen Gegend und habe kein Zuhause. Ich schlief drei Jahre nicht zu Hause, aß drei Jahre nicht zu Hause; benutzte keinen einzigen Zentimeter der dreiunddreißig Quadratmeter. Ich war dort nie zu Hause. Nur wenn er bei mir war, war ich es. Habe den benebelnden heimischen Geruch in mich aufgesogen und meiner Wohnung verziehen, dass sie meine Wohnung ist.
Und jetzt, sieben Minuten bis zum Ausstieg, frisst mich jede raue Faser, es mögen drei Millionen sein, auf und spuckt mir Erinnerungsreste vor die Füße. Die Füße, mit denen ich tagtäglich über die Schwelle zum freien Schlachtfeld meines Kopfes trat. Ins Ungewisse, ob ich diesem Gefängnis jemals entfliehen könnte. Er hat mir diese Zeit erleichtert. Er, der sich zu mir auf die kalten Fliesen setzte. Der sich mit mir die schwere Decke Einsamkeit über den Kopf zog. Der mich vom Fallen abhielt, wenn die Fenster ihre Augen zu weit aufrissen. Der mir die nötige Dosis Liebe gab, während sich schon gierige Tabletten im Glaswasser auflösten, die mich müde machen wollten.
Minute neun. Manisch. Mein Körper nabelt sich von meiner Seele ab. Krampfend. Stampfend. Bewegungsunfähig. Und trotzdem dreht und wendet er sich, wie unter Strom. Er geht auf und ab im Wagon. Zittert und murmelt vor sich her. Ich, kleines Häufchen Seele, schäme mich vor ihm. Möchte meine Augen schließen, wenn ich welche hätte, doch die hat mein Körper mir genommen.
Ich verlasse mich auf die Zeit und hoffe, dass er wieder zurückkommt. Im gleichen Moment weiß ich, dass ich ihm helfen muss. Er gehört zu mir. Hat alles miterlebt. Hat mich Seele getragen. Hat mich versteckt. Hat den Menschen, den ich liebe, mit seiner Hand berührt. Hat meine Worte gesprochen, die ich gedacht habe. Und jetzt leidet er laut. Will ausbrechen. Die Fenster durchstoßen. Fliehen. Fliegen. Fort sein. Und alles ist meine Schuld.
Minute zehn. Anarchisch. Ich möchte aus dem Eisenkonstrukt Gesellschaft ausbrechen. Aus dem Konstrukt, dass mich von A nach B fährt, ohne dass ich es will. Das Konstrukt, in dem die gesichtslosen Seelen neben mir einfach mitfahren. Sie sind die Spiegel dieses längst verlorenen Spiels. Ich lache in mich hinein, habe kurz vergessen, dass ich allein bin und für immer allein sein werde. Ich bin gefangen in diesem System, gestrickt aus harten Hassfäden, Lügen und Vergessen.
Ich möchte mich wehren und weiß nicht, wen ich erreichen soll. Ich möchte mich beschweren und kann es eigentlich nur bei mir selbst. Ich schaue hinunter an meinem sitzendem Körper und bemerke, wie fremd ich mir bin. Wie fehlerhaft ich mich verkleide in einem Sack aus Unsicherheit. Mit einem viel zu großem Hut aus Erwartungen. Erwartungen an ein Leben, dass nicht für mich bestimmt war. Ich habe alles versucht, diesen Menschen in mir gut zu machen.
Und jetzt muss ich mir den Krieg erklären, muss mich selbst bekämpfen und weiß, dass ich schon längst aufgegeben habe.
Minute elf. Magnetisch. Ich beginne den Duft des Ungewissen zu inhalieren. Kann es kaum erwarten anzukommen, wohin es mich auch immer zieht. Ich befinde mich im einspurigen Tunnel. Es gibt kein zurück.
Während er mich abstößt, zieht mich das Ungewisse an. Wir entfernen uns immer mehr. Und in fünf Minuten wird die größte Distanz zwischen uns erreicht sein.
Der Prozess des Entfernens begann bereits vor einem Jahr. Unsere Pole wurden langsam schwächer; unsere Gesichter bekamen Risse von hässlicher Ehrlichkeit. Meine Instabilität fraß seine Manie. Wir sprachen erst und schwiegen zwei Mal so lang. Wir erfuhren alles und eigentlich gar nichts voneinander.
Er esse keine Mahlzeit, sagte er. Er fühle sich schwer, sagte er. Er hasse es, wenn ich ihn berühre, sagte er. Er wisse nicht, warum ich ihn liebe, sagte er.
Ich esse eine Mahlzeit, sagte ich. Ich fühle mich leer, sagte ich. Ich habe Narben an den Armen, sagte ich. Ich würde ihn mehr berühren wollen, sagte ich.
Es wurden keine Fragen gestellt. Es wurde nur geantwortet, wonach niemand gefragt hat. Keiner von uns hat sich nach Ehrlichkeit gesehnt, jeder wollte nur sein Glück in den Händen des anderen suchen. Und zerbrach auf seine Weise in ihnen. Was ich zu wenig hatte, bekam er zuviel. Ich wurde zum Überfluss, er zur Mangelware.
Die Lügen sind vorbei.
Und unsere Zeit.
Minute zwölf. Pessimistisch. Ich bin schon längst vom Ross der Surrealität gesprungen, auf dem es warm und wohlig war. Und es voranging. Irgendwie.
Ich glaube nicht, dass er sie lieben kann. Sie wird ihn auffressen wie ich. Wird satt und prall sein Gerippe zurücklassen; sich schämen, bis er sagt, dass sie verschwinden soll.
Minute dreizehn. Paranoisch. Ich meine ihn atmen zu hören. Neben mir. Meinem Ohr. Aufgestellte Nackenhaare. Erneut berühre ich die Leere neben mir und spüre eine warme Lehne. Ich denke an seinen Körper. Der unter mir zusammenbricht, wie zartes, billiges Porzellan. Wie billiges Ersatzgeschirr, das nur der engste Umkreis kennt. Ich war sein engster Umkreis. Habe alles gesehen, wofür er sich schämte. Wir haben zu lange im Feuer gespielt. Haben uns gegenseitig hineingeworfen, nackt wie wir waren, und mussten aus eigener Kraft hinauskriechen. Während der raren Umarmungen rieben wir unsere verkrusteten Seelen aneinander, wobei die eine nach Liebe schrie, und die andere nach Hunger. Leise, dass es niemand hört.
Und jetzt sitzt er neben mir. Kaputt wie ich. Nimmt teil an meiner Fahrt zur Endstation. Ohne Gesicht und ohne Sprache. Wir sitzen und halten uns an den Händen. Verzeihen uns. Bitten um Vergebung. Dass wir in einem Körper stecken, der keine Liebe zu sich selbst kennt. Der es ausschließt einander zu lieben und gleichzeitig zu verzichten.
Ich lasse ihn los. Ich muss alleine weiter.
Minute vierzehn. Kritisch. Durch meinen Körper strömt kaltes Blut. Meine Gedanken werden träge. Ich habe Angst.
Ich transportiere die Seelenwüste in meinem Körper nach außen. Als Salzwasser stößt es aus mir hinaus; meine Wunden beginnen zu brennen. Ich lasse den Schmerz zu, bis ich mich an ihn gewöhne, bis er mich verbrannt hat und neue Haut über die kaputte wachsen kann. In meiner Umgebung, der ich seit vierzehn Minuten nicht entfliehen kann, wird es unerträglich laut. Die letzte Minute verbringe ich im Stehen, presse mein Gesicht an die kalte Tür und höre jedem vorbeiziehenden Meter zu, wie er klagt; wie er mir sagen will, dass etwas nicht stimmt.
Minute fünfzehn. Tragisch. Niemand sieht sein Gesicht. Jeder ist sich fremd, wie ich es mir jeden Tag bin. Es ist still wie es stiller nicht sein kann. Ein Zischen von ganz hinten geht in dem Schweigen unter. Beachtung gilt nur noch der eigenen Bewusstlosigkeit, die Sprache, Schmerz und Erinnerung verschlingt. Ich stehe noch immer in meiner Ausbruchsposition. Mein Gesicht immer noch an der Scheibe, die sich in jener Minute öffnen soll. Ich blicke mich nicht um, ich blicke nicht hinaus. Eine warme Decke aus Staub wärmt jeden noch so zitternden Körper. Verdeckt unglückliche Farben eines jeden entstellten Gesichts.
Ich höre das Ave Maria einer Männerstimme. Es beruhigt mich, dass ich nicht allein bin. Mit geschlossenen Augen lausche ich herabfallenden Staubkörnern und sich biegendem Metall.
Meine Atmung wird schwer. Bei jedem Luftzug ziehe ich Betonklötze durch meine Lunge. Mir ist wohl, dass ich körperlichen Schmerz empfinde. Mein Kopf ist leer, meine Seele rein. Sie liegt still und ängstlich in meinem Körper, wartet, bis es klarer wird. Bis sich Staub- und Gewissensschleier gelegt haben; ich ihr sagen kann, ob wir noch leben.
Ich werde müde. Ich werde müde wie noch nie. Blind taste ich mich bis zum sickernden Boden, lehne mich hockend an etwas Hartes und verschwinde träumend in einem Bild.
Ich laufe über Papierblumen, die sich nach jedem meiner Schritte wieder in voller Blüte aufstellen. Ich sehe keinen Horizont, nur rote, weiße, blaue, unechte Blumen. Der Himmel spiegelt die Wiese wider; ich befinde mich in einem Bassin ohne Anfang, ohne Ende. Ohne Decke, ohne Boden. Erschöpft setze ich mich, verharre kurz, sehe mich um, atme Unbekanntes ein.
Ich fasse in die linke Tasche meiner verstaubten Hose, in der ich einen Zettel finde.
Meine eigene Handschrift verrät mir den Weg hinaus. Aus allem. Aus dieser surrealen Welt. Aus dem Gefängnis, das ich mir selbst geschaffen habe. Aus Trauer. Aus Wut. Aus der alten Zeit in eine neue.
„Das Leben ist ein Teich. Er ist so klein, dass du ihn in fünfzehn Minuten umkreisen kannst. Er ist so groß, mit unendlich vielen Ufern; gehst du nur einen Schritt zur Seite, stehst du an einem anderen.“
Ich wache unter einem weißen Dämmerlicht auf. Arme und Beine sind still an den Körper gelegt. Ich werde versorgt. Ruhig und gewissenhaft hören sich die Schritte an.
Es gehe mir gut. Ich hätte Glück gehabt.
Neben mir steht ein Stuhl, auf dem meine Kleidung, ordentlich gefaltet, penibel gerade aufeinander liegt. Leicht verschmutzt sieht sie getragen aus.
Ich erinnere mich an nichts. Ich erinnere mich nur vernebelt an einen Traum, in dem mir ein beschriebenes Papier begegnete. Ich versuche mich langsam zu regen, fasse aus meiner liegenden Position zu dem Stuhl, auf dem meine Kleidung liegt, in die linke Hosentasche und fühle.
Ich fühle Papier; zerknüllt, leicht aufgeweicht. Vorsichtig ziehe ich in hinaus, streiche ihn glatt und sehe, verschwommen, doch lesbar, meine Handschrift. Sie verrät mir, „Das Leben ist ein Teich…“.